Wie Einzelhändler den Preiskampf gewinnen: Europa vs. USA

IN Artificial Intelligence — 07 May, 2018

Auf beiden Seiten des Atlantiks sehen sich Einzelhändler mit zwei wesentlichen Herausforderungen der Branche konfrontiert, der Rückgang der Nachfrage und der Senkung der Preise. Für beides ist das schnell wechselnde Kaufverhalten der Verbraucher verantwortlich. Sowohl in Europa als auch in den USA besteht ein harter Wettbewerb, um die Kundenanforderungen effektiv und effizient zu erfüllen. 

Einzalhändler-Preiskampf-Europa-USA

Im vergangenen Jahr ließ sich eine Rückkehr der Inflation im klassischen britischen Einzelhandel beobachten. Das geschwächte britische Pfund spiegelte sich in den Preisen des stationären Handels. In den USA meldeten währenddessen Dutzende Warenhäuser Konkurs an oder schlossen Hunderte Filialen. In Anbetracht dieser Situation stellt sich die Frage, wie Einzelhändler dem Preisdruck erfolgreich begegnen und gleichzeitig das Verhalten der Kunden voraussagen können.

Die Kunst der Akquisition

In der Lebensmittelbranche gab es eine Reihe von Käufen und Übernahmen sowohl in den USA als auch in Europa. Die britische Supermarktkette Tesco gab die Übernahme des Großhändlers Booker, Eigentümer der Lebensmitteldiscount-Marken Londis und Budgens, zu einem Preis von 3,7 Milliarden Pfund bekannt. Tesco betreibt aktuell mehr als 3.000 Filialen in Großbritannien, während Booker über 5.000 Franchise-Unternehmen beliefert. 

Lebensmittel im Discounter zu kaufen, stellt die neue Normalität dar und in Europa verzeichnen diese Ketten eine jährliche Wachstumsrate von 5 %. Discounter wie Lidl oder Aldi profitieren von dem Trend und führen ihren starken Expansionskurs in ganz Europa fort. Supermarktketten, die sich durch niedrigere Kosten und ein schmaleres Sortiment auszeichnen, kontrollieren heute rund 13 % des Lebensmittelhandels in Großbritannien und mehr als ein Drittel des Lebensmittelhandels in Deutschland. Neue Einzelhandelsformate, die das Angebot von Supermärkten und von Discountern vereinen, boomen, so zum Beispiel Colruyt in Belgien oder Mercadona in Spanien. 

Ein Omnichannel-Ansatz

Unterdessen hat Amazon kürzlich die Bio-Supermarkt-Kette Whole Foods gekauft, mit 13,7 Milliarden US-Dollar die größte Akquisition, die der Onlinehändler jemals getätigt hat. Dieser Omnichannel-Handelsansatz macht deutlich, dass der stationäre Handel keinesfalls tot und das klassische Supermarktmodell nicht überholt ist.

Die überraschende Ankündigung von Amazon im vergangenen Jahr hatte spürbare Auswirkungen für Walmart. Die Aktien des traditionellen Lebensmittelhändlers fielen beinahe um den gleichen Wert, den Amazon für Whole Foods bezahlt hat. Walmart seinerseits investiert in eine eigene Strategie und dabei in erster Linie in kleinere, digital orientierte Unternehmen, um dieses neue Segment des Marktes abzudecken und eine neue Käufergruppe anzusprechen. Zudem richtet Walmart inzwischen für mehr Filialen die Möglichkeit zur Onlinebestellung ein und konzentriert sich stärker auf die Optimierung der Lieferung an den Kunden.

Künstliche Intelligenz optimiert Preise

Diese kleineren Zusammenschlüsse und Omnichannel-Übernahmen bringen Einzelhändlern auf beiden Seiten des Atlantiks einen großen Vorteil: den Zugang zu Daten.

Die Möglichkeit, das Einkaufsverhalten über alle Kanäle präzise vorherzusagen, ist für Einzelhändler von unschätzbarem Wert. Mit Hunderten von internen und externen Faktoren, die das Kaufverhalten des modernen Konsumenten beeinflussen, gerät das menschliche Gehirn an seine Grenzen, wenn es darum geht, wirtschaftlich profitable Entscheidungen zu treffen.
Die Analyse umfassender Mengen von Konsumentendaten mithilfe künstlicher Intelligenz ermöglicht Einzelhändlern dagegen, automatisierte, wissenschaftlich basierte Preisentscheidungen zu treffen. Dadurch lässt sich die gesamte Preisstrategie verbessern und sicherstellen, dass die Preise für bestimmte Produkte wettbewerbsfähig sind, während sie insgesamt optimiert werden.

Automatisierte Entscheidungen

Während KI Daten analysiert und ermittelt, welche Maßnahmen erforderlich sind, sorgt die Automatisierung dafür, dass die Prozesse effizient und automatisiert ablaufen. Diese werden zudem permanent optimiert und den strategischen Zielen des Einzelhändlers angepasst.

Überall auf der Welt wird die Automatisierung genutzt, um Prozesskosten im Lebensmittelhandel einzusparen. Selbstbedienungskassen werden immer beliebter, während Roboter Regallücken ermitteln und auffüllen. In automatisierten Warenlagern werden immer häufiger Roboter zur Einlagerung, Kommissionierung und Verladung von Lieferungen eingesetzt.

Kritische Punkte adressieren

In Europa ist der Einzelhandel datenbasierten Entscheidungen gegenüber sehr aufgeschlossen und versteht die Stärke von KI. Eine Vielzahl von europäischen Einzelhändlern setzt Automatisierung ein, um ihre Liefereffizienz zu verbessern und Kosten zu sparen. Der deutsche Lieferant von Premium-Frischeprodukten Natsu hat beispielsweise durch den Einsatz von KI seine Restbestände erheblich reduziert.

In den USA sind die Unternehmen dagegen skeptischer. Zu einem fundamentalen Unverständnis der Technologie kommt noch die Sorge, dass KI völlig überschätzt wird. Darüber hinaus fühlen sich viele Unternehmen durch die riesige Anzahl an Anbietern im Bereich Analytics überfordert. 

Trotz alledem sind die Herausforderungen im Einzelhandelsumfeld die gleichen wie in Europa und die Einzelhändler sind sich bewusst, dass sie ihre analytische Leistungsfähigkeit verbessern müssen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Klar ist jedoch auch, dass es im heutigen komplexen Markt keine „On-size-fits-all-Lösung“ geben kann. Erfolgreiche Unternehmen konzentrieren sich auf die konkreten geschäftlichen Herausforderungen der Branche und nicht ausschließlich auf die Technologie.


Blue Yonder beispielsweise arbeitet eng mit Einzelhändlern zusammen, um deren spezifische Preisstrategie kennenzulernen, ihre Produktlebenszyklen zu verstehen und den Optimierungsbedarf zu ermitteln. Hier setzt Blue Yonder an, um mit seinen KI-Lösungen die Prozesse und die Preisgestaltung kontinuierlich zu verbessern. Erfahren Sie, wie die Blue Yonder Price Optimization Lösung Einzelhändlern deutlichen Mehrwert bringt und gleichzeitig ihr Markenversprechen an den Konsumenten erfüllt.

  

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